DER KRIEG UND SEINE FOLGEN SETZEN LOGISTIKBRANCHE UNTER DRUCK

Im ersten Quartal 2022 fällt der Indikatorwert drastisch ab, zuletzt platzierte sich der Wert des NRW. LOGISTIKINDEX bundesweit im September 2020 auf diesem niedrigen Niveau. Getrieben wird diese Entwicklung vor allem durch eine besonders negative Zukunftseinschätzung der Befragten. Rasant steigende Energiekosten ohne verlässliche Perspektive auf Alternativen, akuter Fahrermangel und die Unterbrechung von Lieferketten – die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine werden die Betriebe der Transport- und Logistikbranche massiv belasten. Als direkte Folge erwarten die Unternehmer weiterhin deutliche Kostensteigerungen – insbesondere hohe Energiepreise werden Kostentreiber bleiben. Die Logistiker gehen jedoch davon aus, den steigenden Kosten adäquate Preisanpassungen entgegensetzen zu können. Die saisonale Kapazitätsauslastung ist laut Auskunft der Befragten stabil – perspektivisch wird eine Steigerung der Auslastungsrate erwartet – befragte NRW-Logistiker sind hierbei optimistischer. Der Umfrage nach haben sich die Vertragslaufzeiten bestehender Abschlüsse verlängert. Nach den hohen Investitionsausgaben im Jahr 2021 sind gerade langfristige Verträge von großer Bedeutung für die Logistikunternehmen und stabilisieren die Branche. In Zeiten großer wirtschaftlicher Unsicherheiten scheint die feste und langfristige Bindung an den Hersteller/Händler für die Logistiker attraktiv zu sein, denn Kontraktlogistik hat bundesweit weiterhin einen hohen Stellenwert. Der Trend zum Outsourcing ist ungebrochen - „Verbesserung der logistischen Abläufe“ ist dabei laut Einschätzung der nordrhein-westfälischen Dienstleister der wichtigste Grund für die Auftraggeber aus Industrie und Handel. Die erzielte Umsatzrendite der Logistiker auf Landes- und Bundesebene pendelt zwischen null und acht Prozent. Für 2022 werden wieder etwas höhere Renditen um die 2-8% erwartet. Rückblickend wird das Jahr 2021 ambivalent betrachtet. Die deutliche Polarisierung in „besser“ und „schlechter“ als erwartet, signalisiert, dass die anhaltenden Beeinträchtigungen der Betriebe - ausgelöst durch die Corona-Pandemie, hohe Energiekosten und gestörte Lieferketten - unterschiedlich relevant für die Jahresbewertung der Unternehmer gewesen zu sein scheinen.

Erwartungen an Quartal 2 eher zurückhaltend

Verhaltene Erwartungen an das 2. Quartal 2022

Mit Blick auf das kommende Quartal wird der Einfluss der globalen Entwicklungen deutlich: Die befragten Unternehmer sind bundesweit skeptisch. Zwar rechnen die meisten Befragten mit einer stabilen Geschäftslage (NRW: 77%, Bund: 64%), aber rund jeder vierte Logisitker ertwartet eine Verschlechterung. Die nordrhein-westfälischen Unternehmen schätzen dabei die Lage etwas weniger negativ ein: mit 23% liegt der Wert fünf Prozentpunkte unter der bundesweiten Angabe von 28%. Im Gegenzug erwartet etwa jeder zehnte Betrieb auf Bundesebene - trotz angepannter Situation - eine günstigere Ent-wicklung im kommenden Quartal.

Kosten 2. Quartal 2022

Unveränderte Kostensteigerungen im zweiten Quartal erwartet

Noch im Vorquartal zeigten sich die befragten Unternehmer verhalten optimistisch. Zwar ging die Mehrheit im Dezember 2021 bundesweit von anhaltenden Kostensteigerungen aus, jedoch erwartete auch etwa jeder zehnte Logistiker sinkende Preise. Angesichts der weiterhin angespannten Lieferketten und die für den gesamten Logistiksektor massiven Folgen des Krieges in der Ukraine verpufft der zarte Optimismus der vorherigen Ergebung. Für die Monate April, Mai und Juni 2022 erwarten die beiden Vergleichsgruppen mehrheitlich ein weiter steigendes Kostenniveau (NRW: 86%, Bund: 91%). 14% der nordrheinwestfälischen Logistiker gehen von einer unveränderten Kostenstruktur aus (Bund: 9%). Keiner der befragten Logistiker rechnet mit sinkenden Kosten im zweiten Quartal.