Konjunktur verliert im zweiten Quartal 2019 deutlich an Fahrt

Nach einem langanhaltenden positiven Indikatorwert des NRW.LOGISTIKINDEX fällt der Wert im zweiten Quartal 2019 erstmals seit dem zweiten Quartal des Jahres 2013 wieder in den negativen Bereich. Dies liegt zum einen an der Bewertung der derzeitigen Lage, zum anderen aber insbesondere an den Erwartungen für die kommenden Monate, welche sich in diesem Quartal deutlich verschlechtert haben. So glaubt für das dritte Quartal 2019 keines der befragten Transport- und Logistikunternehmen auf Bundesebene und des Landes NRW an eine Verbesserung der Geschäftslage, während einige sogar von einer Verschlechterung ausgehen. Die allgemeinen weltpolitischen Unsicherheiten scheinen offenbar in der Branche angekommen zu sein und dämpfen das allgemeine Stimmungsbild. Während Kosten für Leistungen ansteigen sollen, befürchten die Verantwortlichen, Preise nicht im entsprechenden Maß anheben zu können. Auch mit Blick auf die Personalentwicklung zeichnet sich kein sehr positives Bild ab: Während 2018 noch deutlich mehr Unternehmen angaben, dass Personal aufgebaut wurde, geben dies 2019 nur circa die Hälfte der Befragten beider Vergleichsgruppen an. Auch für die kommenden sechs Monate wird eher von einer gleichbleibenden Beschäftigtenzahl ausgegangen, was insbesondere auf die bevorstehenden konjunkturschwächeren Sommermonate zurückzuführen sein könnte. Auch in essentiellen Unternehmensbereichen wurden Kosteneinsparungspotenziale immer noch nicht realisiert. Es bleibt also abzuwarten, wie die Branche auf diese situativ sehr unterdurchschnittliche Lage reagieren wird und, ob es sich dieses Quartal nur um ein temporäres Tief des Geschäftsklimaindexes handelt

Geschäftslage 3. Quartal 2019

NRW und Bund erwarten kaum Veränderungen im 3. Quartal

Für das kommende Quartal 2019 bildet sich eine gleichbleibende bis leicht verschlechternde Geschäftslage ab. Von einer Verbesserung der Lage geht nun keiner der Befragten mehr aus. Auffällig ist, dass das Land NRW eher ein konstantes Level erwartet („gleichbleibend“ 86%), während der gesamte Bund mit 30% mehr als doppelt so häufig angibt, dass sich die Lage verschlechtern wird. Der etwas bessere Gesamtindikatorwert für NRW (vgl. Abb. 1) ist insbesondere auf diese Bewertung des kommenden Quartals zurückzuführen, die für NRW positiver als für den gesamten Bund ausfällt. Im Saldo rechnet die Branche also mit einer Stabilisierung und ggf. einer leichten weiteren Verschlechterung der Geschäftslage auf niedrigem Niveau, was insbesondere auf die weltwirtschaftlichen Unsicherheiten zurückzuführen ist.

Kosten 3. Quartal 2019

Mehrheitlich Kostensteigerungen erwartet

Für die kommenden drei Monate fallen die Erwartungen an die Kostenentwicklung im Bund und in NRW sehr ähnlich aus. Zu nahezu gleichen Teilen rechnet man in beiden Vergleichsgruppen mit einem weiteren Anstieg bzw. einem unveränderten Niveau. Ähnlich wie bei den Kosten für den vergangenen Monat (vgl. Abb. 4.) sprechen sich für NRW im Vergleich zum Bund jedoch mehr Personen für ein unverändertes Niveau aus (NRW: 57%; Bund: 51%). Bundesweit sind die Befragten pessimistischer gestimmt („steigen“ 49%). Indes gab keiner der beiden Versuchsgruppen sinkende Kosten an.