LOGISTIKKONJUNKTUR KÜHLT AB – ZUKUNFTSAUSSICHTEN DER BRANCHE DEUTLICH GETRÜBT

Der Indikatorwert des NRW.LOGISTIKINDEX setzt seinen Abwärtstrend nach einem ersten Dämpfer im August weiterhin fort und rutscht tief in den negativen Bereich, der so zuletzt im Sommer 2020 erreicht wurde. Mehrheitlich erwarten die befragten Transport- und Logistikunternehmer für das nächste Quartal eine Verschlechterung der Geschäftslage. Zuletzt im April 2020 – zu Beginn der Corona-Krise – äußerten sich die befragten Unternehmer auf Landes- und Bundesebene derart pessimistisch. Der globale Krisenmodus und die unabsehbaren wirtschaftlichen Folgen, insbesondere auch durch die Inflation, scheint ungebrochen und spiegelt sich in der negativen Stimmung der befragten Logistiker wider. Das für die Betriebe maßgeblich wichtige Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur Kompensation der hohen Energiepreise ist zwar geschnürt, aber in den Details bisher unbekannt, sodass die Befragten zwar weiterhin von steigenden Kosten ausgehen, aber die Steigerungsrate für die kommenden Monate hoffnungsvoll flacher ausfällt. Die Preisentwicklung folgt diesem Trend nur bedingt: Die befragten Unternehmer konnten die Preise den Kostensteigerungen nicht adäquat anpassen. Die Kapazitätsauslastung ist saisonal gut – bei den NRW-Logistikern sogar deutlich besser. Die Erwartungshaltung der Befragten an die nächsten sechs Monate ist ebenfalls in NRW deutlich positiver. Zuwachsraten beim Transportumsatz im letzten Quartal werden von den Befragten übereinstimmend gemeldet: Auf Landesebene wird der Umsatz signifikant höher bewertet. Die Wartezeiten an den Rampen haben sich durchschnittlich verlängert im Vergleich zur Vorjahresbefragung und liegt zwischen 0,5h und 1,5h. Zentrales Problem ist laut Auskunft der Panel-Teilnehmer der Personalmangel. Der Faktor „Mensch“ rückt auch bei der Beurteilung von Standortfaktoren in den absoluten Fokus: Mit mehr als 95% wird die „Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte“ erneut mit höchster Priorität seitens aller Befragten eingestuft.

Skepsis bei den Erwartungen an Quartal4

Unternehmer blicken skeptisch ins 4. Quartal

Zwar hoffen 14% der Logistiker in NRW (Bund: 18%) auf eine günstigere Geschäftslage im kommenden Quartal, jedoch gibt bereits rund jeder Dritte (NRW: 29%, Bund: 30%) an, eine gleichbleibende Entwicklung zu erwarten, welche sich schon auf niedrigem Niveau befindet. Die große Mehrheit der befragten Transport- und Logistikunter-nehmer befürchtet jedoch für das nächste Quartal eine weitere Verschlechterung der Geschäfts-lage (NRW: 57%, Bund: 52%). Zuletzt äußerten sich die befragten Unternehmer im April 2020 – zu Beginn der Corona-Krise – derart pessimistisch. Ähnlich wie vor zwei Jahren kann kumulierte Unsicherheit als Erklärung dienen: Welche geopolitischen Veränderungen konstituieren sich, mit welchen Folgen für Europa und Deutschland? Welche Auswirkungen auf die (Welt-) Wirtschaft haben anhaltende Störungen der Lieferketten, Krieg, Pandemie und Inflation? Der globale Krisenmodus scheint ungebrochen und spiegelt sich in der negativen Stimmung der Logistiker wider.

Kosten 4. Quartal 2022

Weiterhin Kostensteigerungen im 4. Quartal erwartet

Die Erwartungen an die Kostenentwicklung in den kommenden drei Monaten fallen im Bund und in NRW ebenfalls einheitlich aus: Die deutliche Mehrheit (73%) der befragten Transport- und Logistikunternehmer aus NRW geht weiterhin von einem steigenden Kostenniveau aus. Die Unternehmen im Bund sehen das nahezu identisch: 78% rechnen mit einer Kostenzunahme. Beide Vergleichsgruppen sind sich einig: Mit Kostensenkungen im vierten Quartal sei nicht zu rechnen. Damit setzt sich der Trend unverändert fort, mit auf bereits hohem Niveau stagnierenden beziehungsweise sogar weiter steigenden Kosten kalkulieren zu müssen.