Maritime Supply Chains 2010 Plus: Die Logistikbranche vermeldet steigende Zahlen und zeigt sich vorsichtig optimistisch

Am 29. Juni 2010 fand in Duisburg das 2. BranchenForum SchifffahrtHafenLogistik.NRW zum Thema „Maritime Supply Chains 2010 Plus: Strukturwandel nach der Krise?“ statt. Die Gemeinschaftsveranstaltung des Verbandes Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen (VVWL) e.V., des Logistikclusters NRW und der Niederrheinischen IHK stieß mit ca. 120 Teilnehmern aus der Logistikbranche, der Industrie und dem Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen auf ein reges Interesse.

Dr. Christoph Kösters, Hauptgeschäftsführer des VVWL und Clustermanager Logistik NRW, wies in seiner Begrüßungsansprache auf die Bedeutung der Logistikbranche als Wirtschaftsfaktor für das Land NRW hin. „Wir werden uns als Verband gemeinsam mit dem Logistikcluster NRW weiterhin für diesen Logistikstandort einsetzen, und alles dafür tun, damit sein Stellenwert, auch auf Bundesebene, entsprechend Beachtung findet“, betonte Dr. Kösters. Er war erfreut zu vermelden, dass Nordrhein-Westfalen als führender Schifffahrts- und Hafenstandort als einziges Binnenland einen Vertreter in den Beirat zur Umsetzung des Nationalen Hafenkonzepts für See- und Binnenhäfen entsenden darf. Dies sei nicht zuletzt durch Anregung des Logistikclusters, des dortigen Schifffahrts-Branchenkreises - zu dem auch die IHK zu Duisburg gehört - und des VVWL erreicht worden. Der Beirat soll die Priorisierung der im Rahmen des Nationalen Hafenkonzepts vorgesehen Maßnahmen vornehmen sowie deren Umsetzung begleiten.

Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen Industrie und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve zu Duisburg, der als Hausherr grüßte, erinnerte an die „Duisburger Erklärung“, die im Rahmen des 1. Branchenforums verabschiedet wurde. Die unterzeichnenden Unternehmen und Organisationen hatten die Erarbeitung einer länderübergreifenden Strategie zur Entwicklung der Hinterlandanbindungen unter Einbeziehung der ZARA-Häfen in die Maßnahmen des Nationalen Hafenkonzept gefordert. An der Umsetzung dieser Forderung müsse gemeinsam mit der Politik weitergearbeitet werden, so Dr. Dietzfelbinger. Als eine der zentralen Herausforderungen auf europäischer Ebene nannte der IHK-Hauptgeschäftsführer die Überarbeitung der TEN-Leitlinien unter Einbeziehung der Häfen in die Förderkulisse.

In ihren Vorträgen gingen Rüdiger S. Grigoleit, Abteilungsdirektor Logistik Merck KGaA und Vorsitzender des Deutschen Seeverladerkommitees im BDI, und Peter Frederiksen, Hauptabteilungsleiter Region Europe & Global Marketing, auf die Perspektiven der Seeschifffahrt und des Außenhandels ein. Aktuelle Problemfelder wie Ratenentwicklung, Servicesituation, Pünktlichkeit, „slow steaming“ und Verfügbarkeit von Containern wurden dabei aus der Sicht einer Linienreederei und aus Verladerperspektive dargestellt. Peter Frederiksen betonte nach den deutlichen Rateneinbrüchen und den massiven Kapazitätsüberhängen in der Krise und den wirtschaftlichen Folgen die Notwendigkeit steigender Raten für die Konsolidierung der Reeder. Die finanziellen Auswirkungen der Krise machte er anhand der T/C-Raten deutlich. Diese lagen in der 4.400 TEU-Klasse im Mai 2005 noch bei einem historischen Höchststand US$ 50.000/Tag, von Mai 2009 bis Januar 2010 sanken sie unter US$ 7.000/Tag.

Rüdiger S. Grigoleit äußerte zwar angesichts des Ratenabsturzes in 2008/09 ein gewisses Verständnis für Preiserhöhungen, beklagte aber die aus seiner Sicht heftigen und sehr kurzfristigen Ausschläge und das Serviceverhalten einiger Reeder. Gerade Letzteres habe den Verladern große Probleme hinsichtlich der Sicherstellung ihrer Kundenbelieferung bereitet. Bei der Einführung von „slow steaming“ seien die Verlader und die Speditionen nicht ausreichend informiert worden. Als künftige Anforderungen für ein gut funktionierendes maritimes Netzwerk nannte Grigoleit die Realisierung einer abgestimmten Supply Chain zwischen Verlader, Trucker, Dienstleister, Hafenbahn, Terminaloperator und Reeder mit mehr Transparenz und ausreichendem Equipment und den Einsatz des Kombinierten Verkehrs ohne Konkurrenzierung der Verkehrsträger.

Der Vorstandsvorsitzende der Duisburger Hafen AG, Erich Staake, hob in seinem Vortrag die Wichtigkeit funktionierender Hinterlandstrukturen für die interkontinentalen Supply Chains und auch den Außenhandel hervor. Nicht zuletzt in der Politik werde noch immer nicht genug Augenmerk auf integrierte Ansätze im Sinne der Co-Modalität gelegt.

In den anschließenden zwei Podiumsdiskussionen zu den Seecontainerverkehren und zum Sektor Bulk und Breakbulk, moderiert von Sebastian Reimann, Redakteur der DVZ Deutschen Logistik-Zeitung, spielten die Themen „Volatilität“ der Logistikmärkte und Ausrichtung der logistischen Angebote hierauf, Green Logistics, Effizienzsteigerungspotentiale in den maritimen Ketten, Schnittstellenprobleme in den Seehäfen und Investitionspolitik eine wichtige Rolle. Auch die konjunkturellen Perspektiven in der maritimen Wirtschaft in 2010/2011 waren ein Thema. Hier tendierten die meisten Referenten zum vorsichtigen Optimismus hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Experten erklärten, dass die Mengen spürbar steigen, sie waren sich aber auch darin einig, dass seriöse Prognosen, die über das nächste Quartal hinausgehen, noch nicht möglich sind.

Teilnehmer an den Podiumsdiskussionen waren (in alphabetischer Reihenfolge): Danny Deckers (Senior Advisor Hafenbetrieb Antwerpen), Frank van der Gevel (Managing Director Broekman Special Products Division BV, Rotterdam), Jürgen Helten (Geschäftsführer Imperial Reederei GmbH), Heinrich Kerstgens (Geschäftsführer Contargo GmbH & Co. KG), Dr. Dieter Lindenblatt (Repräsentant des Hafens Antwerpen), Alfred Manke (Mitglied der Geschäftsleitung Seefracht Central Europe, Kühne & Nagel (AG & Co.) KG), Thessa Menssen (Chief Financial Officer Havenbedrijf Rotterdam N.V.), Marcus Pilgram (Aliseca GmbH (Lanxess), Logistics/Supply Chain, Transport Procurement), Rainer Schäfer (Geschäftsführer Neuss-Düsseldorfer Häfen GmbH & Co. KG und Präsident des Bundesverbandes öffentlicher Binnenhäfen (BÖB) e.V.), Joachim Schürings (Teamkoordinator ThyssenKrupp Steel Europe AG, Einkauf/Logistik), Andreas Stolte (Geschäftsführer RRT Rhein-Ruhr Terminal Gesellschaft für Container- und Güterumschlag mbH), Michael Viefers (Mitglied des Vorstandes Rhenus AG & Co. KG).

Login
Benutzername
Passwort

Termine

No news available.

Förderung

Zeil2NRW Webseite

Partner

vorankommen NRW Bündnis für Mobilität

Effizienz Cluster Logistik Ruhr

www.allianz-pro-industrie.nrw.de

www.logistik-initiativen.de

www.nrwinvest.com



Wettbewerb

nrw-logistikstandort-des-jahres-2010