14.03.2019

NetzwerkForum ChemieLogistik.NRW 2019: „Neue Wege in der Chemielogistik – Digital und vernetzt“

Am 12. März 2019 fand im Feierabendhaus in Hürth das NetzwerkForum ChemieLogistik.NRW des Kompetenznetz Logistik.NRW statt. Mit rund 90 Teilnehmern war die gemeinsam mit der InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG, dem VVWL NRW, ChemCologne und der BVL Regionalgruppe Rhein organisierte Veranstaltung ein voller Erfolg. Im Zentrum der Veranstaltung standen an diesem Tag Fachbeiträge und Diskussionen zum Themenbereich „Digitalisierung“, u.a. stellten sich auch zwei Start-Ups dem Publikum mit ihren Lösungen. Natürlich wurde wieder genug Platz geboten, damit sich alle Beteiligten der logistischen Kette in der chemischen Industrie ausführlich miteinander austauschen konnten.

Zunächst begrüßten Dr. Clemens Mittelviefhaus von der InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG als Ausrichter der Veranstaltung und Dirk Emmerich als Vorstand des LOG-IT Club e.V. die Gäste. Beide betonten die Bedeutung der Digitalisierung für die Chemieindustrie und deren Logistik – warnten jedoch auch davor, sich in den sogenannten „Buzz-Words“ der Branche zu verlieren. Daher freuten sich beide über die konkreten Ansätze der Veranstaltung.

Den Beginn machte eine Diskussionsrunde zum elektronischen Beförderungspapier, in der Björn Noll von GBK GmbH Global Regulatory Compliance, Emilia Poljakov von der Alfred Talke GmbH & Co. KG, Rainer Schillinger von der InfraServ GmbH & Co. Knapsack KG sowie Helmut Rein, ehemaliger Referatsleiter des Gefahrgutreferates im Bundesverkehrsministerium, teilnahmen. Nach einer Einführung durch Herrn Noll, bei der deutlich wurde, dass das Verfahren nun zumindest in Deutschland einsetzbereit ist und ab der kommenden Woche der erste Pilot gefahren wird, griff auch das Plenum in die Diskussion ein. Dabei wurde eine eher abwartende Haltung des Gewerbes gegenüber diesem neuen Verfahren deutlich – allerdings waren sich alle einig, dass die Zukunft auch in diesem Bereich digital sein wird.

In der anschließenden Pause konnten sich die Teilnehmer wieder austauschen und „networken“. Der Erfahrungsaustausch von Praktikern ist ein wesentliches Element der Arbeit des Kompetenznetzes Logistik.NRW.

Nach der Pause stellten sich zwei Start-Ups der Logistik vor. Den Anfang machte Herr Andreas Karanass von der Carrypicker GmbH aus Hamburg. Carrypicker ist eine digitale Spedition, die über eine KI-Engine (Künstliche Intelligenz) die Auslastung von Teilladungs-LKW auf über 80% steigern will. Der zweite „Pitch“ kam von Lars von Schweppenburg von der Packwise GmbH aus Leipzig. Packwise bietet digitale Dienstleistungen rund um Intermediate Bulk Container (IBC), die über Sensorik und Rückverfolgung einen effizienteren Einsatz dieses Transportmittels ermöglichen sollen.

Anschließend gaben Christian Rodde von der INEOS Olefins & Polymers Europe North und Prof. Dr. Carsten Suntrop von CMC² GmbH einen Einblick in die Supply-Chain 4.0 bei INEOS. In dem Vortrag wurde klar, wie vielschichtig eine Supply Chain 4.0 in einem Chemieunternehmen sein kann. Wichtig ist daher nach einem umfassenden Überblick, der auch mit Hilfe von außen stattfinden kann, eine eigene Roadmap zu entwickeln, um Schritt für Schritt die eigene Supply Chain auf neue Füße zu stellen.

Als letzter Vortragender zeigte Christian Manderla von der LogiPlan GmbH Möglichkeiten, die allgemein bestehenden Probleme an den Rampen zu minimieren. Sein Ansatz ist ein dynamisches Zeitfenstermanagement, das die LKW bereits im Zulauf auf das Logistikzentrum erkennt, um schon im Voraus die richtigen Entscheidungen (z.B. Reihenfolge der Verladung) treffen zu können. Da das System auf allgemein verfügbare Devices (z.B. Smartphones) aufsetzt ist es recht einfach in den Betriebsablauf zu integrieren.

Zum Abschluss des Forums konnten aus dem Publikum noch Fragen an die Referenten des zweiten Teils der Veranstaltung gestellt werden. Hier ging es insbesondere darum, bei allen digitalen Möglichkeiten nicht die Menschen in den Unternehmen zu vergessen. Auch war man sich einig, dass die Chemie-Logistik noch viele Möglichkeiten der Verbesserung vor sich hat. Nach einer kurzen Zusammenfassung des Nachmittags durch Peter Abelmann endete die Veranstaltung.